DEO-Schüler beim Poetry-Slam des Goethe-Instituts

v.l: Malak Hussein, Malak Hisham, Hoda Shoeir, Randa Mahran

Das Goethe-Institut, genauer Amira Elmasry vom Goethe-Institut Kairo, bot am 5. Februar einen Poetry-Slam Workshop an. Der Leiter des Workshops war Pierre Jarawan, einer der erfolgreichsten Bühnenpoeten der deutschen Poetry Slam-Szene. 2012 wurde er Internationaler Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. Und gerade dieser Mann war für kurze Zeit in Kairo, um uns sein Slam-Wissen nahezubringen

Der Workshop begann um 12 Uhr mittags. Sofort ging es für die vier DEO- und die sechs DSB-Schülerinnen los mit einigen Übungsaufgaben, es sollten Redewendungen aufgeschrieben und auf Plakaten ausgestellt werden. Zu diesen sollten wir dann kleine Geschichten verfassen. 
"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" - diese Redewendung kennt jeder Mensch, aber er kennt wahrscheinlich nicht die Geschichte von Manfred, dem Apfel, der so gerne eine Reise machen möchte. Manfred scheitert, weil er nie weit genug fällt,  um dem vergitterten Baum zu entfliehen und die Welt zu sehen.


"Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade draus." Uns wurde die berüchtigte Zitrone vorgestellt, die alles tun möchte, um eine Limonade zu werden. 

Nach einigen Schreibübungen wurden die Sinne thematisiert. Wir lernten die Umgebungspoesie, die Sinnespoesie kennen. Hier spricht der Poet mit den Sinnen des Menschen, nutzt die natürliche Mitgefühlsfähigkeit des Menschen aus, die darin besteht, dass wir das, was wir hören und lesen, fühlen können. Wenn wir von Peinlichkeiten in einem Buch lesen, dann fühlen wir mit. Wir weinen, lachen und werden wütend, obwohl wir die Handlung selbst eigentlich nicht miterlebt haben, sondern uns nur davon berichtet wird.

Nach der Mittagspause schrieben wir kurze bildliche Erklärungen. Eine Kostprobe? Hier ist Randa Mahrans Satz: ,,Becher sind Häuser für Wasser", oder ,,Dächer sind Hüte für Häuser, Schiffe Quietsche-Entchen für Ungeheuer. Unkraut ist Spliss für den Rasen, Taschentücher Wärmedecken für Nasen." 

Zuletzt gab uns Pierre Jarawan 40 Minuten Zeit, um einen kompletten Text zu verfassen, den wir dann der Runde vortragen sollten. Für Inspiration durften wir draußen auf der Wiese schreiben, in der Bibliothek oder sonst das Gelände des Goethe Instituts verwenden. 


Es wurden viele schöne Texte vorgetragen. Unter anderem ein metaphorischer Text über die Welt, die teuflische Kinder aufgezogen hat. Diese Kinder fallen der Welt in den Rücken und beschädigen sie, bis sie einen schmerzhaften Tod erleiden muss. 

Ein gut gelungener Workshop voll Kreativität und gefühlsamen Worten. Wir hoffen, dass sich solche Talente in den DEO-Poetry-Slam-Workshops auch zeigen werden. Es muss selbstverständlich auch geschätzt werden, wie sich die Slam-Szene in den Schulen entwickelt. Wer weiß, vielleicht hören wir bald von einem ,,Jugend Poesiert".

Die DEO-Teilnehmerinnen: Hoda Shoeir, Randa Mahran, Malak Hussein, Malak Hisham

Text: Hoda Shoeir