Kindergarten

 

Im Kindergarten und der Vorschule werden ca. 140 Kinder verschiedener Nationalitäten in sechs integrierten Altersgruppen (4-5 Jahre und 5-6 Jahre) von sechs Erzieherinnen (plus sechs Assistentinnen) ausschließlich in deutscher Sprache betreut. Zwei Grundschullehrerinnen pro Jahrgang erteilen täglich - je eine Unterrichtsstunde in Deutsch als Fremdsprache für Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Der Kindergarten und die Vorschule vermitteln den Kindern das Erleben ihrer sozialen Persönlichkeit und die ersten Kontakte mit Menschen eines anderen Kulturkreises und einer anderen Sprache. Dies eröffnet den Kindern in der Gruppe Erfahrungsmöglichkeiten, die zur Entfaltung einer allseitig gebildeten und offenen Persönlichkeit beitragen.

Der Kindergarten und die Vorschule verstehen das Spiel als pädagogisches Prinzip kindlicher Erfahrung und Welterschließung.

Der Kindergarten und die Vorschule haben unter vielen Aufgaben auch eine schulvorbereitende Funktion: Sie vermitteln Kenntnisse und Fertigkeiten, welche die Leistungsbereitschaft der Kinder im Hinblick auf das anspruchsvolle Schulprogramm stützen.

Über die Aufnnahme in den Kindergarten entscheidet ein Aufnahmeinterview.

 

Anmeldung

 

 

Konzept von Kindergarten und Vorschule der Deutschen Evangelischen Oberschule ( DEO )*

 A Die Einrichtung

1 Beschreibung der Einrichtung

 

Der Kindergarten befindet sich in einem zweistöckigen Gebäudetrakt innerhalb der DEO. Er verfügt über eine eigene Außenanlage mit Spielplatz sowie sechs Gruppenräume, zwei Sprachräume und einen Medienraum. Der offene Innenhof dient als Versammlungs- und Sozialbereich und wird für besondere Anlässe genutzt ( z.B. Feste, Theater, Singkreise ). Die schulischen Einrichtungen Sportplatz, Schwimmbad, Schulbücherei, Aula und Arztzimmer stehen auch dem Kindergarten zur Verfügung. Jeder Gruppenraum ist ca.65 m² groß, gekennzeichnet durch variable Möblierung, eigene Spiel- und Arbeitsmaterialien sowie eine Medienausstattung.

2 Personalschlüssel

KindergartengruppeABC
Plätze maximal202020
Alter der Kinder4 - 5 Jahre4 - 5 Jahre4 - 5 Jahre
Personal1 Erzieherin

1 Assistentin

1 Erzieherin

1 Assistentin

1 Erzieherin

1 Assistentin

                          1 Deutschlehrerin
VorschulgruppeABC
Plätze maximal222222
Alter der Kinder5 - 6 Jahre5 - 6 Jahre5 - 6 Jahre
Personal1 Erzieherin

1 Assistentin

1 Erzieherin

1 Assistentin

1 Erzieherin

1 Assistentin

                          1 Deutschlehrerin
Leitung der Einrichtung1 Leiterin (nicht freigestellt)
Sekretariat / Verwaltung1 Sekretärin
Praktikantinnen2 Planstellen vorhanden
Technische Kräfte4 Reinigungskräfte, 1 Gärtner

* Im weiteren Text wird stets der Kindergarten eingesetzt. Das Konzept trifft ebenfalls auf die Vorschule zu. Bei der Berufsbezeichnung wird nur die weibliche Form verwendet, natürlich sind auch männliche Mitarbeiter gemeint.

3  Öffnungszeiten

Sonntags bis Donnerstags: 7.00 Uhr bis 13.30 Uhr

Schließungs- bzw. Ferienzeiten richten sich nach dem Ferienplan der Schule.

Ausnahme: die jährlich stattfindenden Aufnahme - Interviews und Probetage.  

B Das Konzept 

1  Bildungsauftrag 

Der Kindergarten bietet den Kindern Erfahrungsmöglichkeiten, die zur Entfaltung einer sozial gebildeten, wertorientierten Persönlichkeit beitragen.Das Spiel als pädagogisches Prinzip gewährt den Kindern die altersgemäβe Erschlieβung ihrer Umwelt.

Der Kindergarten vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten, die den Einstieg in die Schule erleichtern. Es ist Aufgabe des Kindergartens einer einseitigen Wissensvermittlung  vorzubeugen und somit die Entfaltung der Kinder zu fördern. Ziel ist es, auftretende Schwierigkeiten eines Kindes zu erkennen und den Möglichkeiten entsprechend darauf zu reagieren.

Der Kindergarten arbeitet mit den Eltern zusammen.

Der Kindergarten, als Teil einer Begegnungsschule, bietet den Kindern schon früh die Möglichkeit, verschiedene Nationalitäten, Kulturen und Religionen kennen zu lernen. 

2  Rechte der Kinder 

Soziale Beziehungen sind Grundvoraussetzungen aller Bildungsprozesse und geben Kindern im Bildungsbereich „Kultur, Gesellschaft und Politik“ erste Orientierung.

Im Kindergarten gelten folgende Rechte, welche von Kindern verstanden und beachtet werden sollen:

    1. Alle Kinder haben die gleichen Rechte.
    2. Alle Kinder haben das Recht, zu lernen und sich zu entfalten.
    3. Alle Kinder haben das Recht, Fragen zu stellen und verständliche Antworten zu erhalten.
    4. Alle Kinder haben das Recht zu spielen.
    5. Alle Kinder haben das Recht auf Rücksichtnahme.
    6. Alle Kinder haben das Recht, ihre Ideen und Wünsche auszudrücken.
    7. Alle Kinder haben das Recht, ihre Gefühle auszudrücken.

 

Im Kindergarten, in dem alle Kinder gleiche Rechte haben, bestehen besonders gute Voraussetzungen für ein kindgemäβes Erleben und Gestalten von Grund- formen der  Demokratie. 
 

3 Gestaltung der pädagogischen Arbeit 

Mit unterschiedlichen, wechselnden Spielsituationen und Materialien werden Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf vielfältige Weise gefestigt und erweitert. Die Angebote für die Kinder erfolgen in  einem ausgewogenen Verhältnis von freiem Spiel und angeleiteter Beschäftigung. Dabei erfolgen alle Bildungsimpulse so, dass die Kinder sie physisch, kognitiv und kinetisch also mit allen Sinnen erfassen und erfahren können. Ziel ist es, Kinder darin zu stärken, neugierig zu sein und Gegebenes zu hinterfragen. 
 

4  Spracherziehung 

Im Hinblick auf den Űbertritt in die DEO liegt der Schwerpunkt der Kindergartenarbeit in der Spracherziehung. Dabei gilt es, die deutsche Sprache als wichtigste Kommunikationsform auf- und auszubauen. Der Wortschatz wird gezielt erweitert, indem neue Wörter immer in einen thematischen oder sozialen Zusammenhang unter Beachtung der grammatikalischen Regeln. Die Anwendung erfolgt durch einen unbefangenen und spielerischen Umgang mit der Sprache. Wichtige Gesprächsregeln werden aufgestellt und eingeübt.

Jede Gruppe wird in der täglichen Deutschstunde in DaM ( Deutsch als Mutter- sprache ) und DaF ( Deutsch als Fremdsprache ) geteilt. Der DaF-Unterricht findet im separaten Sprachraum statt.  

5  Naturwissenschaftlich-technische Bildung und Medien 

Die Bereitschaft der Kinder vieles auszuprobieren, wird  bewusst gefördert. Um dies zu erreichen, werden der gezielte Umgang mit der Natur, vielfältige Materialien und unterschiedliche Objekte eingesetzt. So werden die Kinder zum Untersuchen, Vergleichen, Ordnen und Verändern motiviert. Sie erkennen spielerisch Konstruktionsprinzipien, Formen der Geometrie und mathematische Beziehungen.  
 

Der sinnvolle Umgang mit Medien ist  ein weiteres Mittel für Kinder, sich die Lebenswelt zu erschlieβen. Die Kinder werden spielerisch, schrittweise und dem Alter entsprechend an den Umgang mit verschiedenen Medien herangeführt. Ziel der Medienerziehung ist es, die Kinder zur bewussten, zielgerichteten und auch kritischen Nutzung von Medien zu befähigen. 
 

6  Musisch-ästhetische Bildung und bildnerisches Gestalten 

Die musisch-ästhetischen Ausdrucksformen der Kinder werden angenommen, bevor ihnen der Kindergarten neue Erfahrungen anbietet. Er stellt  den Rahmen für vielfältige Möglichkeiten zum Experimentieren und Erproben in folgenden Bereichen:

  • Musik & Rhythmik
  • Tanz
  • Mimik & Rollenspiel
  • Literatur

 

Im bildnerischen Gestalten wird die Wirkung von Form, Farbe, Körper, Raum und Bewegung erlebt. Dies geschieht in folgenden Erfahrungsfeldern:

  • Zeichnen
  • Malen
  • Plastisches und räumliches Gestalten
  • Spielerische Aktionen
  • Bildbetrachtung

   

7  Körper, Gesundheit, Bewegung 

Jedes Kind soll seine Grundbedürfnisse nach Bewegung ausleben können. Körperbewusstsein, gesunde Ernährung und Hygienemaβnahmen tragen dazu bei, die Gesundheit zu stärken und die Sinneswahrnehmung zu verfeinern. Das Bewegungsbedürfnis der Kinder wird besonders in den Sport- und Schwimmeinheiten sowie in der Gartenzeit angeregt und gefördert. Das gemeinsame Frühstück und das wöchentliche Kochen (in der Vorschule) bieten Gelegenheit, auf gesunde Ernährung zu achten. 
 

8  Teamarbeit 

Die Mitarbeiterinnen bereichern und ergänzen sich gegenseitig durch ihre individuellen Fähigkeiten und Interessen. Die kontinuierliche Reflextion der pädagogischen Arbeit lässt sie stets offen für Veränderungen sein. 

Das Team trifft sich sowohl vollzählig als auch innerhalb der Jahrgänge und der einzelnen Gruppen in regelmäβigen Abständen. Bei diesen Treffen werden im Wesentlichen folgende Punkte besprochen:

  • Reflexion der pädagogischen Arbeit
  • Fallbesprechungen 
  • Rahmenpläne
  • Organisatorisches

   

9  Elternarbeit 

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen ist die Voraussetzung für die Entfaltung der Persönlichkeit und die Fähigkeiten der Kinder. Im kindlichen Entwicklungsprozess basiert die Kooperation zwischen Eltern und  Kindergartenteam im Wesentlichen auf:

  • Erfahrungsaustausch über Wahrnehmungen, Beobachtungen,  Deutungen und Sichtweisen
  • Regelmäßige Elterngespräche über die Entwicklung des Kindes
  • Elternabende
  • Veranstaltungen
  • Familientreffen

 

„Tür und Angelgespräche“ sind wichtig, bieten aber keine Möglichkeit, ausführlich über das Kind zu sprechen. Deshalb werden zwischen Erzieherinnen und / oder Deutschlehrerinnen und Eltern Gesprächstermine vereinbart. Die Gespräche dienen dem Austausch über den Entwicklungsstand des Kindes. 

10  Elternvertreter 

Die Eltern jeder Klasse wählen aus ihrer Mitte ( unter  Berücksichtigung der Sprachgruppen DaF und DaM ) zwei Vertreter. Durch diese können  Ideen und Vorschläge aller Eltern in  den  Kindergartenalltag einflieβen, sofern sie umsetzbar sind und dem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag entsprechen.

Die Aufgaben der Elternvertreter umfassen im Wesentlichen:

  • Pflege der Kontakte zwischen Eltern und Kindergarten
  • monatliches Treffen mit der  Leitung, um Fragen zu klären und Aufgaben zu besprechen
  • Weiterleitung / Kommunikation von Informationen und Maßnahmen der Kindergartenleitung in akuten Krisen bzw. Notfallsituationen (Telefonkette)
  • aktive Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung von besonderen Projekten

11  Ethik, Religion und Philosophie 

Die interkulturelle  Begegnung im Kindergarten bietet dem Kind die Möglichkeit Fragen zu stellen. Diese werden unter Berücksichtigung der verschiedenen Religionen und Kulturen kindgerecht und wertneutral beantwortet. Durch diese Offenheit beginnen die Kinder, eigene Meinungen zu bilden, zu äuβern und zu vertreten. Dies ist ein erster Schritt  auf dem Weg zur Entwicklung einer eigenständigen und toleranten Persönlichkeit.