Mädchenheim in AgouzaMädchenheim in Agouza

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Mädchenheim in Agouza



Daten



(Ausschnitt aus einem Bericht der Gemeinde)

Während unserer Studienfahrt nach Ägypten besuchten wir in diesem Jahr ein Mädchenheim in Agouza. Agouza ist ein Stadtteil von Kairo. In diesem Heim werden mehr als 100 Frauen und Mädchen betreut. Es befinden sich dort Kinder ab 6 Jahren bis hin zum Erwachsenenalter, die keine andere Bleibe haben. Vorwiegend kommen die Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen, z.B. sie wurden vom neuen Ehepartner der Mutter/ des Vaters nicht akzeptiert. Kinder, die per Gerichtsbeschluß eingewiesen wurden (Obdachlose, kriminelle Delikte, Diebstahl) sowie behinderte Frauen leben dort.

Der Staat zahlt sehr wenig. Es reicht gerade für die Grundnahrungsmittel. Die ca. 40 Angestellten werden vom Staat bezahlt. Es fehlt an allem: Unterwäsche, Oberbekleidung, Schulmaterial für 60 Mädchen, Schuhe, Seife, Zahnbürsten etc. Selbst mit einem Sack Nudeln kann man den Mädchen eine Freude bereiten.

Durch einen persönlichen Kontakt lernten wir Frau Hanna Hartmann kennen, die im Sozialkomitee der deutschen Evangelischen Oberschule mitarbeitet. Frau Hartmann besucht jeden Samstag mit ca. 15 Schülerinnen der Klassen 7 bis 12 die Heiminsassinnen zum Gespräch, Spiel und Basteln.

Persönlicher Bericht



Ca. 6 Jahre sind wir regelmäßig jeden Donnerstag in das Mädchenheim nach Agouza gegangen, um unsere Freundinnen dort zu besuchen, und ihre Probleme anzuhören, denn unsere Gruppe hat ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.

Auch geht es immer wieder gegen die Heimleitung zu kämpfen, da Kleidung und Schuhe nicht ausgeteilt wurden, Mädchen krank sind oder verprügelt werden. Seit Januar 2001 haben wir nach jahrelangem Ringen jetzt noch einen kleinen Erfolg zu verzeichnen. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mutter unserer ehemaligen Schülerin , Frau Samia, konnten wir drei Leherinnen verpflichten, die nun fünf Tage in der Woche unterrichten. Besonders die Mädchen, die nicht mehr beschulbar sind, aber Analphabetinnen, können auch noch die Grundkenntnisse der arabischen Schriftsprache zu erwerben.Den anderen Mädchen werden Gruppen Nachhilfeunterricht erteilt., Nach dem Sommer konnten wir zwei Klassenräume, die von uns eingerichtet wurden, einweihen. So gibt es Räumlichkeiten, in denen ruhig gearbeitet , gebastelt und gespielt werden kann.

Stolz zeigen uns die Mädchen ihre Arbeiten und werden belohnt, wenn sie die Prüfungen bestehen. Ein kleiner Schritt ist getan, um ein Selbstwertgefühl bei denen vom Schicksal so hart gehandelten Mädchen zu wecken.

 

Hanna Hartmann Leiterin des Sozialkomitees

Bilder




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