Jugendchor im Ägyptischen MuseumJugendchor im Ägyptischen Museum

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Deutsche Evangelische Oberschule Kairo

Karl Richard Lepsius und der Jugendchor der DEO



 

Wer war Karl Richard Lepsius? Die Antwort lautet: Ein wirklich bemerkenswerter Mann des 18. Jahrhunderts - Ägyptologe und Philologe und Sprachwissenschaftler, Erforscher und Übersetzer der ägyptischen Sprache, Retter der Pyramiden und vieler ägyptischer Monumente.

 

Lepsius, 1810 in Naumburg an der Saale geboren, studierte in Berlin, Leipzig und Göttingen Philologie und vergleichende Sprachwissenschaft. Um sich der ägyptischen Geschichte zu nähern, ging er nach Paris, wo er sich mit der von Champollion erarbeiteten Entschlüsselung der ägyptischen Hieroglyphen befasste. 1842 wurde er Leiter der von König Friedrich Wilhelm IV. organisierten mehrjährigen Expedition nach Ägypten, deren Anliegen es war, im ganzen Niltal Monumente freizulegen, zu studieren und festzuhalten. Seine Forschungen und Resultate veröffentlichte er in mehreren Büchern, welche noch heute z.T. als Lehrbücher an Fakultäten für Ägyptologie benutzt werden.

 

Hypostyl im Karnak-Tempel, Illustration aus Richard Lepsius': Denkmäler aus Ägypten und Äthiopien (1849–59).

Ägypten gehörte damals noch zum Osmanischen Reich unter der Herrschaft von Mohamed Ali. Dieser war von der Idee besessen, Ägypten in ein Industrieland umzubauen und legte daher wenig Wert auf die Erhaltung altägyptischer Schätze. Ägypten wurde wahllos und ohne Skrupel ausgeplündert. Als Gegenleistung für einige altpreußische Vasen und ein Schreiben von König Friedrich Wilhelm IV. erhielt Preußen so die Vollmacht für den Antikenexport. Mit der begeisterten Zustimmung Mohamed Alis wurden um die 15000 Objekte verschifft, um die wachsende Ägyptische Sammlung Berlins zu vergrößern. Im ägyptischen Museum in Berlin kann man heutzutage alle damals gesammelten Stücke aus der ägyptischen Geschichte besichtigen.

Zwischen 1846 und 1884 wurde Lepsius Direktor des ägyptischen Museums in Berlin, Präsident des Archäologischen Instituts in Rom sowie Leiter der Königlichen Bibliothek in Berlin. Lepsius erstaunlichem Leistungsvermögen sind 142 Werke zuzuschreiben, bevor er 1884 starb. Heutzutage gilt er als Begründer der Ägyptologie in Deutschland.

 

Zur Ehrung dieses Mannes eröffnete das Ägyptische Museum in Kairo in Zusammenarbeit mit dem ,,Supreme Council of Antiquities" am 31. Oktober 2006 eine Ausstellung mit vielen seiner Aufzeichnungen und Bilder, damit wir die Reise Lepsius' und seine Erforschung des alten Ägyptens nachvollziehen können.

Zur feierlichen Ausstellungseröffnung war von der Leiterin des ägyptischen Museums, Wafaa El Saddik, auch der Jugendchor der DEO eingeladen. Im Beisein des deutschen Botschafters Bernd Erbel, des ägyptischen Altertümerchefs Zahi Hawass und unseres Direktors Rupert Baab sangen wir unter der Leitung unserer Chorleiterin Dr. Monika Schürmann die Hymnen Ägyptens und Deutschlands – begleitet von einem Streichquartett, bestehend aus David Lukavsky, Deborah Tadres, Karim Khodier und dem Orchesterleiter Osama Abdel Wahab. Außerdem trugen wir - 29 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 12 – noch zwei weitere Lieder vor, die wir im Schweiße unseres Angesichts auf unseren Chorproben erlernt hatten.

 

 

 

 

Alles klappte gut - unser größtes Problem waren die Techniker des Museums, die lieber SMS verschickten als unsere Mikrofone auf die richtige Lautstärke zu bringen. Danach gab es etwas zu essen und mancher besuchte schon mal die Lepsius-Ausstellung im Museum, die noch rund drei Monate auch allen anderen interessierten Besuchern offen steht.

Gehad Hussein

 

 


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