Sportaustausch mit der DS Athen 2006Sportaustausch mit der DS Athen 2006

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DEO- Termine

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Deutsche Evangelische Oberschule Kairo

Mafish Blubber!



Fieberhafte sportliche und organisatorische Vorbereitungen, zwangsweise unterbrochen durch die strategisch ungünstig gelegenen Bairamferien, hatten endlich ein Ende. Dankenswerterweise hatte sich die Gruppe der Griechen in letzter Minute noch um einen Schüler, der es versäumt hatte, seinen Pass rechtzeitig zu verlängern und einen weiteren, der mit Eltern im Hotel nächtigen würde, reduziert, so dass am 4.11. abends auch der 32. Schüler seiner Gastfamilie zugeteilt werden konnte. Wider Erwarten hatte auch der letzte Haken im Schwimmbad seinen Widerstand aufgegeben, so dass sich endlich die Trennleine befestigen ließ!

So warteten am 5.11. ab 15.30 Uhr zwei relativ entspannte, wenn auch etwas echauffierte Lehrerinnen auf die Gruppe der Athener Schüler, die zu unserem jährlichen Sportaustausch nach Kairo kommen sollten. Die Maschine aus Athen war pünktlich, trotzdem dauerte es eine geschlagene Stunde, bis die ganze Gruppe Pass- und Zollkontrolle hinter sich gebracht und ihre Koffer in Empfang genommen hatte. An der DEO angekommen, ging die Verteilung der Gastschüler dann relativ reibungslos vonstatten.

Am nächsten Tag war für die Athener Schüler ein Ausflug zu den Pyramiden angesagt. Das Wetter war herrlich, die Führerinnen hatten sich vorher noch in einem nächtlichen Crashkurs kompaktes Wissen angeeignet – am beeindruckendsten war jedoch, dass sich uns durch die Erwähnung lediglich zweier Namen sämtliche Türen öffneten und wir sogar problemlos die Chephrenpyramide und den Sphinx besichtigen durften. Ohne ein Stück Papier, Bakschisch oder fruchtlose Diskussionen! Höhepunkt war dann wohl für die Gruppe ein mehr als halbstündiger Kamelritt (zu äußerst günstigen Konditionen) von der Aussichtsplattform zum Sphinx.

Zurück an der DEO hatten die Athener Sportler anschließend noch Gelegenheit zum Training.

 

Am folgenden Dienstagmorgen begannen die Wettkämpfe mit den Schwimmwettbewerben. Im Schwimmbad herrschte eine schöne Stimmung, nicht zuletzt dank des griechischen „Diskjockey“. Die Wettbewerbe gingen durch die Überlegenheit unserer „Vereinsschwimmer“ klar für die DEO aus. Anschließend folgten die Fußballspiele der Jungen und Mädchen. Maik „Jürgen“ Wendler hatte schon vorher angekündigt, dass seine „Jungs“ gut wären („Mensch, die sind sooooooo gut, eh!!!) – wie gut, zeigte sich dann in dem Endergebnis von 13:3. Auch Axel Knuths Mädchen zogen nach und beschlossen ihr erstes Spiel mit 5:1. Dieser Weg war also ein leichter.

 

Am Mittwoch ging es weiter mit den Leichtathletikwettbewerben. Hier gab es einige

Am Mittwoch ging es weiter mit den Leichtathletikwettbewerben. Hier gab es einige spannende und enge Wettkämpfe, vor allem bei den Mittelstrecken, im Weitsprung und im Hochsprung. Rami Mansour schraubte seinen eigenen Rekord von 1,80m über 1,81m auf 1,85m hoch! Sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen gab es weitere Schulrekorde. Am Ende gewannen die Mädchen knapp, während die DEO Jungen den Griechen unterlagen. Anschließend erholten sich alle bei einer Felukafahrt auf dem Nil. Auf der Lehrerfeluke gab es sogar Essen und Trinken, das hatten die Schüler natürlich mehrheitlich versäumt mitzubringen, weshalb sie den Schulbus erstmal zu Mc Donalds dirigieren wollten.

er Donnerstag begann für die Griechen mit einem kulturellen Pflichtprogramm: Besuch bei Tut-anch-Amun und Co. im ägyptischen Museum. Nachmittags gab es dann noch einmal Rückspiele im Fußball, die ebenfalls klar von der DEO gewonnen wurden (7:1 Jungen, 9:0 Mädchen). Im Anschluss an die letzten Spiele erfolgte die Siegerehrung, wie immer von DEO und Athener Lehrern gemeinsam vorgenommen. Die DEO trug diesmal den Gesamtsieg davon, die Griechen mussten sich mit einem Pokal zufrieden geben. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch und für die meisten Schüler ging die Siegesfeier nahtlos in eine Geburtstagsfeier über, an der auch viele der Stuttgarter Austauschschüler, die z.Zt. in Kairo waren, teilnahmen. Also wirklich internationale Begegnung!

Nach den nächtlichen Ausschweifungen war es kein Wunder, dass es am nächsten Morgen im Bus, der uns nach Palmera bringen sollte, recht leise zuging. Da war in dem Auto, in dem die restlichen fünf Schüler und Betreuer saßen, schon mehr los. Zuerst folgten wir dem Bus auf seiner abenteuerlichen Zickzackroute durch Cairo. Selbst Neuankömmlinge wissen eigentlich recht bald, dass der kürzeste Weg von Dokki zur Katameyastraße über die Mounibbrücke führt, was an einem Freitagmorgen nicht mehr als 15 Minuten in Anspruch nimmt. Der Busfahrer schaffte es locker, diese Strecke zeit- und kilometermäßig auf das Dreifache auszuweiten, was die Tankanzeige des ihm folgenden blauen Hyundai noch etwas weiter nach unten rutschen ließ. An der Tollstation gab`s Entwarnung: nach fünf km käme eine Tankstelle, nach 50 km eine zweite. Nun, wahrscheinlich handelte es sich bei dieser ersten Tankstelle lediglich um einen abgesteckten claim für zukünftige Ölbohrungen, jedenfalls von Tankstelle keine Spur. Die Tanknadel sank trotz beruhigender Worte der griechischen Betreuerin, die das gleiche Auto fährt („na, fünf km schafft er noch!“) unter die Reservegrenze. Nach 30 km stellten wir die Klimaanlage aus, nach weiteren 10 km rollten wir mit Tempo 80 durch die Landschaft, die seltsamerweise nur noch aus sanften, stetigen Steigungen zu bestehen schien – der Bus passierte uns, wir passierten die freitägliche Radarfalle – dann endlich 44 km vor Ain Sukhna die Erlösung. Der Tankwart füllte 29 l in den Tank und behauptete, dieser wäre nun voll (weil der Tankstutzen rausgesprungen war…….) – es passten dann noch mal 20 l hinein.

Vollgetankt starteten wir die zweite Etappe: Klimaanlage an, mp3 player eingesteckt, aufgedreht und schon übertönten die Doors das nervige Glöckchen, das bei 120 km/h anfängt nervtötend zu klingeln. Die Jungen im Fond bewunderten den Sound der Anlage, die Beifahrerin filmte, die Fahrerin versuchte, den Bus einzuholen. Vermutlich wäre das auch gelungen, wenn nicht am Ende der Strecke eine weitere Polizeikontrolle gelauert hätte. Da wir ja die Radarkotrolle schon hinter uns gebracht hatten, gab ich sorglos meine Originalpapiere ab – ein unverzeihlicher Fehler, wie sich sofort herausstellte, denn der Führerschein verwandelte sich bei der Rückgabe in ein wertloses Stück Papier. Und dabei besitze ich doch so viele farbige laminierte Kopien meiner Ausweise!!!!! Da die Fahrerin durch einen mehrwöchigen Aufenthalt auf Kairo`s Verkehrsämtern im letzten Jahr noch traumatisiert war, fuhr sie entnervt an dem U-Turn vorbei und ihre Mitfahrer erstmal Richtung Hurghada. Die überwiegend griechische Besatzung fand das auch gar nicht so schlimm und bewunderte die Aussicht. Nur der einzige ägyptische Mitfahrer wurde langsam missmutig. Um es kurz zu machen, wir kamen noch lange vor dem Abendessen im Hotel an und verbrachten dort zwei schöne, entspannte Tage (Sundowner, Sunriser, Sundowner……..) auch wenn die Shishas nicht immer gleich gut zogen, was aber sogleich unter Verwendung des richtigen Fachvokabulars (siehe Überschrift) behoben werden konnte. Auch die Dissonanzen, die am Freitagabend schrill und laut aus der Disco schallten, konnten die Stimmung nicht trüben. Wie es einige Lehrer geschafft hatten, diese „Klänge“ zwei Stunden nonstop durchzuhalten, zeigte sich, als sie anschließend 30 cm lange zusammengerollte Servietten aus ihren Ohren zogen. Als um 1.00 Uhr Zapfenstreich war, verließen die Schüler ohne Widerstand und sichtlich erleichtert den Ort des Schreckens.

Am nächsten Morgen waren leider nur zwei Lehrerinnen beim Frühsport anwesend, die es dann allerdings nicht ganz pünktlich zum Frühstück schafften. Nachdem alle Schüler ihre Rechnungen beglichen hatten („wir, wir haben immer alles bezahlt – ach so, das Gym, ja, da musste man nur so eine Quittung unterschreiben!“), war um drei Uhr Treffen an der Rezeption angesagt. Dabei hatten die Verantwortlichen kalkuliert, dass man frühestens um halb vier abfahrbereit sein würde. Aber oh Wunder, um zehn nach drei waren alle anwesend (böse Zungen behaupten, dass die Parole gelautet hätte, wer zu spät kommt, müsse mit dem Auto fahren). Nachdem der Bus abgefahren war, mussten die Autofahrer nur kurz einen platten Reifen wechseln……. (dazu hatten wir ja extra einen Mann eingeladen), dann ging es ohne weitere Malaisen zurück nach Kairo.

 

Am nächsten Morgen fuhren die Griechen leider schon wieder zurück – eine erlebnisreiche Woche war vorbei. Es hat beiden Seiten viel Spaß gemacht; vor allem weil es neben der Begegnung auf sportlichem Gebiet auch viele private interkulturelle Begegnungen gab, die auch nach dem Austausch hoffentlich noch lange weitergeführt werden.

 

 

Susanne Bürger


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